Donnerstag, 26. Januar 2012
Ich habe heute im Schauspielunterricht zum ersten mal mit meinem spielpartner improvisieren können. wir führen am ende des semesters dramatisierungen auf. heißt, wir haben monatelang szenen aus romane ausgesucht und spielen diese dann in zweiergruppen. ER und ich verstehen uns auch so gut und als wir dann endlich wussten, dass wir zusammen spielen würden, haben wir uns herzlichst gefreut. die aufgabe war: spielt euer erstes treffen. eure erste begegnung. wir mussten uns gedanken machen aber konnten nicht alles durchplanen, da wir die rollen noch nicht gut genug kennen. es war...BOMBASTISCH. wir spielen ein paar und unser erstes treffen war krass. am anfang konnte ich noch klar überlegen, weil meine rolle es von mir verlangt und die figur ein organisationstalent ist, jmd. der immer weiß, was er tun muss und wie er es tun muss. aber als ER mich dann angesprochen hat, war ich so sehr in DIESEM moment dabei, dass sich alles verdreht hat: ich bin knallrot geworden, konnte nicht klar überlegen, habe gestottert wie ne irre. ich habe in DIESEM moment so viele gefühle für IHN empfunden, habe mich in DIESEM moment, auf der bühne, in ihn verliebt. so was ist verdammt anstrengend, weil danach die magie nachlässt, das spiel vorbei ist und die gefühle verschwinden. unsere dozentin hat geweint, weil es schön und echt war und das gibt einem dann doch das gefühl, dass man es richtig macht. ich weiß zwar nicht wie, aber es geht einfach.

dieser eine moment, in dem ich wahrhaftig verliebt war, bleibt die schönste erinnerung der woche, weil es für den augenblick von herzen kam, aber eigentlich doch nur ein spiel gewesen ist. das ist die kunst daran: es ist fake aber man lügt in dem moment nicht.

warum will ich also gehen? warum will ich das alles verlassen? na, weil ich vielleicht diesen moment WIRKLICH erleben will und nicht nur auf der bühne. denn es ist trotzdem "nur" gespielt.




Samstag, 21. Januar 2012



Hätte man mich vor 2 Jahren gefragt, was ich in der Zeit erleben würde, hätte ich wohl eher nur geahnt, dass ich aufregende dinge tun würde, aber es kam alles trotzdem überraschend schnell. viel überlegt, habe ich nach dem abi wohl nicht. ich bin dem bauchgefühl gefolgt, der mir bis jetzt immer gezeigt hat, dass es doch ganz leicht ist, glücklich zu sein.

allerdings ist es doch ziemlich kurvenreich. das leben. man denkt man hat was, man hält etwas und dann lässt man auf einmal los. das ist doch bescheuert,oder? man sollte doch daran festhalten, weil man ach so viel glück hat es zu halten, und man tut es nicht.

ich dachte, ich hätte meinen weg gefunden. ich wusste, es würde schwer werden, aber das sagen einfach ALLE, dass die schauspielerei schwer sei und job und so und geld und so und konkurrenz und so, deshalb hab ich den andern das negative überlassen und mich ganz auf das vorsprechen konzentriert. ich habs geschafft. ich wurde beim 2ten vorsprechen (nach der ernst busch) genommen und studiere nun an einer schauspielschule. anscheinend tue ich zurzeit das, was ich "am besten kann". wobei ich mich frage, ob das tatsächlich ein kompliment ist, als solches definiert zu werden und als theatermensch abgestempelt zu werden.

ich glaube, der titel meines blogs fasst das zusammen. follow your dreams. simpel, aber so wahr und so schwer, weil es doch schwer ist, seinem herzen zu folgen. mein herz zum beispiel hat ein paar kommunikationsprobleme. mein herz sagte vor 2 jahren nur, dass ich es im theater versuchen solle. ich sammelte überall erfahrungen, regieassistenz, kurzfilme, studios, bühnen (...), dann schickte es mich ganz weit weg, nach nepal. dann schickte es mich auf vorsprechen und schauspielschulen. jetzt schreit es mich an, dass theater mich nicht glücklich macht und die zeit in nepal, die beste zeit meines lebens gewesen ist. das stimmt absolut. ich schmeiße ende des jahres die schule. und ich weiß ganz genau, dass ich es nicht bereuen werde und, dass ich etwas anderes tun werde, dass ich darin aufgehen werde.

das sieht gerade exakt wie ein tagebucheintrag aus. ich schreibe das in allererster linie, weil ich es amüsant finde, es schwarz auf weiß hier lesen zu können. und weil ich mich wahrscheinlich in einem jahr oder so, köstlich daran ergötzen werde. falls jmd. dies liest und sich für theater begeistert, dann nur her mit den fragen, ich teile die leidenschaft! fürs erste, lass ich das jetzt mal hier so stehen. ich bin aber noch längst nicht mit dem thema fertig.