Ich habe heute im Schauspielunterricht zum ersten mal mit meinem spielpartner improvisieren können. wir führen am ende des semesters dramatisierungen auf. heißt, wir haben monatelang szenen aus romane ausgesucht und spielen diese dann in zweiergruppen. ER und ich verstehen uns auch so gut und als wir dann endlich wussten, dass wir zusammen spielen würden, haben wir uns herzlichst gefreut. die aufgabe war: spielt euer erstes treffen. eure erste begegnung. wir mussten uns gedanken machen aber konnten nicht alles durchplanen, da wir die rollen noch nicht gut genug kennen. es war...BOMBASTISCH. wir spielen ein paar und unser erstes treffen war krass. am anfang konnte ich noch klar überlegen, weil meine rolle es von mir verlangt und die figur ein organisationstalent ist, jmd. der immer weiß, was er tun muss und wie er es tun muss. aber als ER mich dann angesprochen hat, war ich so sehr in DIESEM moment dabei, dass sich alles verdreht hat: ich bin knallrot geworden, konnte nicht klar überlegen, habe gestottert wie ne irre. ich habe in DIESEM moment so viele gefühle für IHN empfunden, habe mich in DIESEM moment, auf der bühne, in ihn verliebt. so was ist verdammt anstrengend, weil danach die magie nachlässt, das spiel vorbei ist und die gefühle verschwinden. unsere dozentin hat geweint, weil es schön und echt war und das gibt einem dann doch das gefühl, dass man es richtig macht. ich weiß zwar nicht wie, aber es geht einfach.

dieser eine moment, in dem ich wahrhaftig verliebt war, bleibt die schönste erinnerung der woche, weil es für den augenblick von herzen kam, aber eigentlich doch nur ein spiel gewesen ist. das ist die kunst daran: es ist fake aber man lügt in dem moment nicht.

warum will ich also gehen? warum will ich das alles verlassen? na, weil ich vielleicht diesen moment WIRKLICH erleben will und nicht nur auf der bühne. denn es ist trotzdem "nur" gespielt.